Weine
Deutscher Wein
Wein
WINZER.DE
Die Winzerwein-Zeitung
Wir tun was für den deutschen Wein.
Weine aus Deutschland.
Winzer
Weine & mehr
Ausgabe 01 / 2005   18. Mai 2012

Wein-News

Hier gibt's die Wein-Zeitung kostenlos als PDF

1.4.2005

Deutscher Wein gegen brasilianischen Cappuccino - ein Überraschungs-Coup auf Gegenseitigkeit

Seit vielen Jahren hatte der brasilianische Konzern Mendoza erfolglos versucht mit seinen Cappuccino-Produkten auf dem deutschen Markt gegen eine übermächtige italienische Konkurrenz Fuß zu fassen. Wie von gut unterrichteter Seite der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer gestern im Rahmen einer Festveranstaltung in Frankfurt mitgeteilt wurde, kommt es jetzt zu einem internationalen Kompensationsgeschäft.
 
10 Millionen Flaschen deutschen Wein gegen 5 Millionen Kilogramm Kaffee. "Und das ist nur der Anfang", sagte Luiz Mendoza, Junior Chef in der 5ten Generation: "Wir wollen nicht die Weine von den großen Kellereien, sondern individuelle Produkte von den Winzern." Das verwundert nicht, da viele Brasilianer deutscher Abstammung sind und südlich von Sao Paulo wird deutsches Brauchtum und deren Gewohnheiten hochgehalten. Orte wie Novo Hamburgo, Pomerode oder Blumenau haben dort bis heute den Charakter deutscher Kleinstädte bewahrt. Mendoza weiter: "Meine Einkäufer sind bereits in Deutschland unterwegs".
 
Und wo sie unterwegs sind, verriet uns ein Mitarbeiter der Handelskammer, Markus Eller. Man sei ganz besonders an Weinen aus Rheinhessen interessiert. "Die Brasilianer lieben den deutschen Riesling", geriet der 34-jährige ins Schwärmen. Neben dem Riesling sei das Interesse auch am Silvaner sehr stark. Fruchtbetonte Weine seien hingegen nicht so gefragt. Woher die große Nachfrage ausgerechnet nach Silvaner komme, da könnte die Ursache allerdings weniger am guten Wein, sondern vielmehr an seiner Namensgebung zu finden sein. "Silvanero" bedeutet so viel wie "es zischt".
 
Der Cappuccino-Vertrieb in Deutschland wird von Frankfurt aus aufgebaut. Eine Aktiengesellschaft, an der sich die Winzer mit einer Einlage von Euro 500 beteiligen können, ist die Basis dieses globalen Kompensationsgeschäfts. Die Winzer liefern den Wein nach Brasilien. Mendoza liefert den Cappuccino an die Kunden der Winzer, und das zu einem Preis an dem beide noch etwas verdienen können, heißt es aus der Handelskammer.
 
Vielleicht muss in Zukunft öfter mit solchen Überraschungs-Coups der findigen Unternehmer auf internationaler Ebene gerechnetet werden.
 
(Redaktion: WINZER.DE)

Links zum Thema:


  Alle Meldungen   DruckversionDruckversion

Die original WINZER.DE Wein-News in weniger als 3 Minuten auf Ihrer eigenen Homepage?
So einfach geht's: die aktuellen Wein-Nachrichten auf Ihre Homepage einbinden!