6.4.2005
Die Geschichte vom Wein und der Kaffeebohne - eine Berichterstattung mit unerwarteter Resonanz
 Hunderte von E-Mails gingen bei der Redaktion nach Erscheinen einer Pressemitteilung am 1. April ein. Viele von Winzern, die sich nach einer Kontaktadresse der Firma Mendoza in Brasilien erkundigten. Selbst eine bekannte deutsche Weinzeitung schrieb uns mit der Bitte um Zusendung eines Probierpakets Cappuccino zur Eigenverkostung.
Auch weitgereiste Globetrotter, die durch die Erwähnung von Blumenau oder Pomerode ins Schwärmen gerieten, waren unter den fleissigen Schreibern. Ja, es gibt sie wirklich, "deutsche" Städte in Brasilien im Bundesstaat "Santa Catarina". Flächenmäßig etwas größer als Portugal mit 95.442,9 Quadratkilometer und knapp 5 Millionen Einwohnern.
Dort gibt es das jährlich stattfindende "Oktoberfest" mit über einer Millionen Besucher. Fachwerkhäuser, Trachtengruppen, Schützen und Gesangvereine mit deutschem Liedgut gehören zum Alltag. Selbstverständlich dürfen Restaurants mit deutschen Namen wie "Bierkrug", "zur Alten Tradition", "Biergarten", "Restaurant Frohsinn", "Hotel Dreizehnlinden" etc. nicht fehlen. Alles klassische Zielgruppen für deutschen Wein. Brasilien hat mit seinen rund 190 Millionen Einwohnern wirklich ein großes Potential für den deutschen Wein. Logistisch kein Problem, denn "vor den Toren" der Millionenstadt Sao Paolo liegt die Hafenstadt Santos, der größte Umschlag- und Verladeplatz für brasilianischen Kaffee.
Aber auch politisch motivierte Leser haben uns E-Mails geschrieben: "Na, endlich passiert mal was" - "so sieht der Mittelstand wieder Licht am Ende des Tunnels" - "Made in Germany hat im Ausland nur noch mit Kreativität und guten Ideen Chancen" - "Ein gutes Beispiel, wie man Arbeitsplätze erhalten kann" - "10 Millionen Flaschen? Da geht noch mehr" - "ein gutes Beispiel für Globalisierung, wie es durchaus Sinn macht", usw.
Die Redaktion war überrascht und überwältigt zugleich. Eine einzige kleine Nachricht hatte die Leser wie elektrisiert. Eine Reihe von Diskussionen werden dadurch ganz sicher noch weiter ausgelöst. Hoffentlich wird es dazu führen, dass ein altes Sprichwort wieder auflebt: "selbst ist der Mann" oder: "wenn Du willst, dass man Dir hilft - dann hilf Dir selbst".
Und so waren die "vier jungen Wilden" auch fast etwas bestürzt, welche Reaktion und Hoffnungen die Meldung "deutscher Wein gegen brasilianischen Cappuccino" ans Tageslicht brachte. Denn die Meldung zum 1. April war frei erfunden – aber vielleicht ist es ja eine Idee, über die es sich lohnt nachzudenken. Nämlich einen Vertriebspartner für deutschen Wein im Ausland zu suchen mit Interesse an einem Kompensationsgeschäft.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Winnie Winzer
(Kolumne aus der Rubrik "Winnie Winzer kommentiert", WINZER.DE)
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