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Ausgabe 01 / 2005   31. Juli 2010

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20.12.2005

Seehofer kämpft gegen Kunstwein aus den USA

Kaum im Amt, schon schenkt der neue Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) reinen Wein ein. Gemeinsam mit seinen EU-Amtskollegen beriet heute der bayerische Gesundheitsexperte in Brüssel über ein geplantes Handelsabkommen der EU mit den USA. So sollen künftig Importe von Weinen aus den USA, die zuvor in ihre Bestandteile zerlegt und dann wieder neu zusammengesetzt wurden, erlaubt werden. Darüber hinaus erlaube das neue Abkommen den US-Winzern auch Wein als Barrique in Europa zu verkaufen, der nicht gemäß europäischer Normen mehrere Jahre in einem Eichenfass gelagert wurde. Derartige Methoden verhelfen es, Qualitätsunterschiede vergangener Jahrgänge auszugleichen und einen einheitlichen Geschmack über Jahre hinaus zu erhalten.

Kunstweine aus den USA

Unter deutschen Winzern sind derartige Verfahren jedoch sehr umstritten. Es wird befürchtet, dass der europäische Markt mit solchen "Kunsweinen" regelrecht überschwemmt wird. Durch das neue Abkommen erhoffen sich die EU-Minister im Gegenzug mehr Möglichkeit für Exporte der europäischen Weine in die USA. Doch Horst Seehofer möchte sich diesem Kuhhandel nicht anschliessen und fordert ein europäisches Reinheitsgebot für Wein. "Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Markt mit Kunstwein aus den USA überschwemmt wird", sagte Seehofer einem Tagesschau-Korrespondenten in Brüssel vor laufender Kamera.

Verwässert und überzuckert

Während bei uns hohe Auflagen und ein Reinheitsgebot gelten, so darf der Wein in den USA bis zu sieben Prozent Wasser oder 35 Prozent Zuckerwasser enthalten. Um keine Reaktionskette immer niederer Qualität auf deutschen Märkten zu fördern, übt der deutsche Minister Widerstand und fordert Nachverhandlungen.
 
Während der Bundesagrarminister vehement gegen das neue Abkommen votiert, sehen es die Kollegen der Oppositionsparteien gelassener. Sie fordern lediglich eine Kennzeichnungspflicht derartig behandelter Weine.
 
(Quelle: Presseinformation des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Tagesschau)


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