10.3.2005
Vino-Lok - die neue Hoffnung der Winzer: ein Flaschenverschluss aus Glas
 Heftig gestritten wurde auf der Düsseldorfer "Pro-Wein", einer der weltweit größten Weinmessen, zwischen Traditionalisten und Avantgardisten über den neuen Glasverschluss der Firma Alcoa aus Worms. Statt "Plopp" jetzt "Klick", das war für die Anhänger des Korkens (noch) nicht vorstellbar.
Da half auch kein Hinweis auf die jährlichen Milliardenverluste der Weinwirtschaft weltweit durch die sog. "Korkschmecker", die vielleicht von manchen Kunden als arttypisch gesehen, aber von Weinkennern als fehlerhaft bezeichnet werden.
Selbst der Hinweis, dass jedes Jahr mehrere 100 Hektar neue Weinberge weltweit angelegt werden und die "guten Korken" schon lange knapp sind, konnte die Traditionalisten nicht überzeugen. Aber Korkeichen brauchen 8 bis 10 Jahre bis die Rinde "abgeschält" werden und die Produktion der Korken nach einer weiteren Lagerzeit von 3 bis 4 Jahren beginnen kann. Und was selten bekannt ist - ein guter Korken kostet heute bereits fast das Doppelte der Flasche.
Überhaupt muss man sich wundern, dass erst in den letzten 300 Jahren die Verwendung des Korkens in Mode kam und erst in den letzen 20 Jahren nach Alternativen gesucht wurde. Denn davor war es noch ein Holzpfropfen, der mit eingeölten Hanf umwickelt das "verre anglais", die englische Glasflasche verschloss.
In der Zwischenzeit ist der LongCap – Schraubverschluss beim Verbraucher für Alltagsweine nicht nur akzeptiert, sondern durch die praktische Handhabung auch beliebt. Gerade für den Single-Haushalt, Picknick und Gartenparty. Hier ist die Wiederverschließbarkeit ein echtes Argument.
In der Zwischenzeit verwenden 150 Winzer weltweit den "Vino-Lok" als Innovation für eine zukünftige Verschlussform für Weinflaschen und man darf gespannt sein, wie sich der Glasverschluss durchsetzen wird.
(Kolumne aus der Rubrik "Winnie Winzer kommentiert", WINZER.DE)
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